IBCS® · Reihe «Reporting, das Entscheide trägt», Teil 3
Was ist IBCS®? Der Reporting-Standard in 10 Minuten
IBCS® ist der Standard für verständliche Berichte: eine Notation, die jeder Leser ohne Legende versteht, und sieben Regeln für Aufbau und Botschaft. Seit Juni 2026 ist der Notationsteil auch ISO-Norm. Was das für Ihr Monatsreporting bedeutet – in zehn Minuten.
Die Geschäftsleitungssitzung beginnt mit dem Umsatzbericht. Seite drei: eine Grafik, in der Grün das Budget ist. Seite sieben, vom Vertrieb: eine Grafik, in der Grün das Ist ist. Seite elf, aus der Produktion: Grün heisst «gut». Der Vertriebsleiter erklärt zwei Minuten lang, was in seinem Diagramm zu sehen ist, bevor jemand fragen kann, warum die Marge im Service gesunken ist.
Jeder Bericht spricht seine eigene Sprache
Was ist IBCS®, und warum sollte ein CFO sich dafür interessieren? Die kurze Antwort: weil in den meisten Unternehmen jeder Bericht seine eigene Darstellungssprache spricht – und der Leser jedes Mal neu lernen muss, sie zu lesen. Das Controlling hat sein Farbschema, der Vertrieb seines, das Excel des Produktionsleiters ein drittes. Die Skalen wechseln von Seite zu Seite, so dass ein kleiner Bereich optisch gleich gross wirkt wie der Kernbereich. Das Budget steht einmal links vom Ist, einmal rechts. Abweichungen erscheinen als Prozentzahl in der Tabelle, als Ampel im Dashboard, als Pfeil in der Präsentation.
Nichts davon ist falsch. Aber alles zusammen kostet. Rechnen Sie mit: Eine GL-Sitzung mit 90 Minuten, ein Berichtspaket mit acht Seiten und sechs verschiedenen Darstellungslogiken. Wenn pro Seite eine Minute für «Was ist hier was?» draufgeht, sind das acht Minuten – knapp zehn Prozent der Sitzung, jeden Monat, für Entzifferung statt Entscheid. Bei sechs Personen am Tisch sind das rund zehn Personenstunden im Jahr, ohne die Zeit, die das Controlling für die Erklärungen vorbereitet.
Der teurere Teil ist weniger sichtbar. Wer ein Diagramm nicht auf Anhieb versteht, fragt nicht nach – er überliest es. Die Abweichung im Ersatzteilgeschäft, die im Bericht durchaus drinstand, wird drei Monate später als Überraschung behandelt. Und weil die Darstellung Interpretationsspielraum lässt, wird in der Sitzung über die Darstellung diskutiert: Ist die Achse abgeschnitten? Ist das kumuliert oder monatlich? Warum ist der Balken so klein, wenn die Zahl so gross ist?
Für dieses Problem gibt es seit über zehn Jahren einen Standard. Er ist frei nutzbar, in vielen Konzernen längst eingeführt, und seit Juni 2026 ist sein Kern auch eine internationale Norm. Trotzdem kennen ihn viele Finanzverantwortliche in Schweizer KMU nur vom Hörensagen – meist in der Form «das mit den schwarzen und grauen Balken».
Was IBCS® ist und woher es kommt
IBCS® steht für International Business Communication Standards. Es ist ein Regelwerk dafür, wie Berichte, Präsentationen und Dashboards aufgebaut und gezeichnet werden, damit die Leser sie ohne Erklärung verstehen. Der Standard sagt nichts über Buchhaltung, Kostenrechnung oder Software. Er sagt, wie eine Zahl auf die Seite kommt, wie ein Vergleich dargestellt wird und wie eine Botschaft formuliert ist.
Initiator des Konzepts ist Rolf Hichert, der über Jahre Regeln für die Gestaltung von Managementberichten entwickelt und in Unternehmen eingeführt hat. Seit 2013 trägt die IBCS Association, ein nicht gewinnorientierter Verein, den Standard, entwickelt ihn in öffentlicher Konsultation weiter und publiziert ihn kostenlos. Die Lizenz ist Creative Commons BY-SA 4.0: Jeder darf die Standards nutzen, anpassen und weitergeben, sofern die Quelle genannt wird und Anpassungen unter derselben Lizenz stehen. Der Name IBCS® selbst ist eine eingetragene Marke des IBCS Institute; deshalb schreibt man ihn mit ®, und deshalb darf sich nicht jeder «IBCS-zertifiziert» nennen. Wir sind es nicht und werden es so auch nie behaupten – wir arbeiten in Anlehnung an den Standard, dazu später mehr.
Lange galt Version 1.2 der Standards. Am 11. Juni 2026 hat die IBCS Association Version 2.0 veröffentlicht, und am selben Tag hat die ISO die Norm ISO 24896 «Notation for business reporting» publiziert. Version 2.0 ist neu in zwei Teile gegliedert: den Notationsteil, der vollständig mit ISO 24896 übereinstimmt, und den Kompositionsteil, der die Regeln zu Botschaft, Aufbau und Dichte enthält. Für die Praxis bedeutet das: Die Darstellungskonventionen, die viele Unternehmen seit Jahren nutzen, haben jetzt eine Norm hinter sich, auf die man sich in einer Reporting-Richtlinie berufen kann.
Die sieben SUCCESS-Regeln in Alltagssprache
IBCS® ordnet seine Regeln in sieben Bereiche, deren Anfangsbuchstaben das Wort SUCCESS ergeben. Die offiziellen Titel sind knapp und englisch. Übersetzt in die Sprache eines Monatsreportings heissen sie so:
SAY – Botschaft. Jede Seite hat eine Aussage, und die steht im Titel. Nicht «Umsatz nach Geschäftsbereich», sondern «Umsatz 4 % unter Budget – Anlagenbau fehlt, Service kompensiert teilweise». Wer den Titel liest, kennt die Nachricht; die Grafik ist der Beleg.
UNIFY – Notation. Gleiche Dinge sehen immer gleich aus. Ist ist überall dunkel gefüllt, Budget überall hohl, Vorjahr überall grau. Wer einen Bericht gelesen hat, kann alle lesen. Das ist der Bereich, der jetzt ISO-Norm ist, und der, mit dem man in der Praxis am besten anfängt.
CONDENSE – Dichte. Mehr Information pro Seite, nicht weniger. Ein einzelnes grosses Diagramm mit vier Balken verschwendet Platz; vier kleine Diagramme mit gleicher Skala nebeneinander zeigen das Muster. Für die GL-Seite heisst das: Geschäftsbereiche, Monate und Abweichungen auf einer Seite, nicht auf vieren.
CHECK – Qualität. Die Darstellung darf nicht lügen. Keine abgeschnittenen Achsen, keine unterschiedlichen Skalen für gleiche Kennzahlen, keine Logarithmen ohne Hinweis. Wenn der Balken für Service halb so lang ist wie der für Anlagenbau, dann ist der Umsatz halb so gross.
EXPRESS – richtige Visualisierung. Für jede Frage die passende Form. Zeitreihen als Säulen oder Linien mit der Zeit von links nach rechts, Strukturen (Bereiche, Produkte, Länder) als horizontale Balken von oben nach unten, Abweichungen als eigene Balken mit Vorzeichen – nie als Prozentzahl im Kleingedruckten. Und: keine Kreisdiagramme, wenn verglichen werden soll.
SIMPLIFY – Entrümpeln. Weg mit allem, was keine Information trägt: Rahmen, Gitternetze, Schatten, 3D-Effekte, Farbverläufe, redundante Legenden. Was bleibt, ist die Zahl, ihr Vergleich und ihre Bezeichnung. Ein IBCS®-Bericht wirkt auf den ersten Blick karg. Nach der dritten Sitzung will niemand mehr zurück.
STRUCTURE – Gliederung. Inhalte sind vollständig, überschneidungsfrei und in derselben Reihenfolge gegliedert: Erst die Gruppe, dann die Bereiche, dann die Details; auf jeder Seite gleich. Die Seite für den Bereich Service sieht aus wie die Seite für den Bereich Handel, nur mit anderen Zahlen. Eine Seite je Einheit, gleiche Position für gleiche Kennzahl.
| Bereich | Die Frage dahinter | Beispiel aus dem Monatsreporting |
|---|---|---|
| SAY | Was ist die Botschaft? | Titel: «Umsatz 4 % unter Budget – Anlagenbau fehlt» |
| UNIFY | Sieht Gleiches immer gleich aus? | Ist dunkel, Budget hohl, VJ grau – auf jeder Seite |
| CONDENSE | Steht genug auf der Seite? | Vier Bereiche × zwölf Monate auf einer Seite |
| CHECK | Stimmt das Bild mit der Zahl überein? | Gleiche Skala für alle Bereiche, keine abgeschnittene Achse |
| EXPRESS | Passt die Form zur Frage? | Zeit als Säulen, Struktur als Balken, Abweichung als Balken mit Vorzeichen |
| SIMPLIFY | Trägt jedes Element Information? | Kein Gitternetz, keine Schatten, keine dritte Farbe |
| STRUCTURE | Ist die Gliederung vollständig und gleich? | Eine Seite je Geschäftsbereich, gleicher Aufbau |
Die Notation, die man sofort erkennt
Der sichtbarste Teil von IBCS® ist die Notation, und sie ist in wenigen Sätzen erklärt. Szenarien werden durch die Füllung unterschieden, nicht durch Farbe: Ist ist dunkel gefüllt, Plan oder Budget ist hohl mit dunklem Rand, das Vorjahr ist hellgrau gefüllt, der Forecast ist schraffiert. Damit ist auf einen Blick klar, welche Zahl gemessen, welche geplant und welche geschätzt ist – ohne Legende und in Schwarz-Weiss druckbar.
Abweichungen werden nicht als Zahl neben den Wert gestellt, sondern als eigene Balken gezeichnet: nach rechts oder oben, wenn sie positiv sind, nach links oder unten, wenn sie negativ sind, mit Vorzeichen. Gute Abweichungen sind grün, schlechte rot – das ist die einzige Stelle, an der Farbe eine Bedeutung trägt. Skalen sind innerhalb einer Seite einheitlich: Ein Balken von 300 TCHF ist im Bereich Handel genau so lang wie im Bereich Anlagenbau. Zeit läuft horizontal von links nach rechts; Strukturen wie Geschäftsbereiche oder Produkte stehen vertikal untereinander. Und wo mehrere Szenarien verglichen werden, gilt eine feste Reihenfolge: Vorjahr, Ist, Budget – von links nach rechts, auf jeder Seite gleich.
Wer einmal so gelesen hat, sieht den Unterschied sofort. Im Beispiel oben muss niemand die Zahlen vergleichen, um zu wissen, dass der Anlagenbau das Problem ist: Der rote Balken rechts sagt es. Das ist der Grundgedanke, den wir seit Jahren als «Abweichung statt Wert» beschreiben: Der Zielwert ist die Grundlinie, der Wert selbst interessiert nur als Abweichung davon – und ab einer definierten Schwelle, etwa ±5 %, verlangt er Aufmerksamkeit. Ein Bericht, der nur Werte zeigt, überlässt die Rechenarbeit dem Leser.
Wer die Notation einmal festlegt, diskutiert danach über Zahlen – nicht mehr über Farben. Das ist der eigentliche Nutzen des Standards: Er nimmt der Sitzung die Darstellungsfrage ab, damit Zeit für die Sachfrage bleibt.
Was IBCS® nicht löst
IBCS® sagt, wie man zeigt. Es sagt nicht, was man zeigt. Ob der Umsatz nach Geschäftsbereich überhaupt auf die erste Seite des GL-Berichts gehört, ob die Geschäftsleitung mit dieser Zahl etwas entscheidet oder sie nur zur Kenntnis nimmt, welche Kadenz die Kennzahl braucht und woran man merkt, dass es schiefläuft – dazu schweigt der Standard, und das zu Recht. Es ist nicht seine Aufgabe.
Das ist der häufigste Fehler bei der Einführung: Man nimmt das bestehende Berichtspaket mit seinen 40 Kennzahlen und zeichnet es in IBCS®-Notation neu. Das Ergebnis ist ein schöner Bericht, den niemand braucht. Die Frage «Was sollen diese Zahlen aussagen? Was wird damit bezweckt?» muss vor der Notation beantwortet sein. Dafür arbeiten wir mit dem Framework «Vom Entscheid zur Kennzahl»: Erst der Entscheid, dann die Frage, dann die Kennzahl, dann die Daten – und erst dann der Bericht. IBCS® ist die Antwort auf den fünften Schritt. Wer mit ihm beginnt, hat die ersten vier übersprungen.
Ebenso wenig löst der Standard Datenprobleme. Ein hohler Budgetbalken neben einem gefüllten Istbalken ist nur dann eine Information, wenn beide Zahlen auf derselben Definition beruhen und mit dem Abschluss abstimmbar sind. Abstimmbarkeit kommt vor Schönheit.
Pragmatisch anfangen: ein Notationskonzept auf zwei Seiten
Der vollständige Standard hat weit über hundert Seiten. Niemand muss sie alle umsetzen, um den Nutzen zu haben. Unser Vorgehen, das wir in Reporting-Projekten seit Jahren anwenden, heisst «pragmatische Notationsregeln in Anlehnung an IBCS®» – und es passt auf zwei Seiten.
Die erste Seite regelt die Notation: Szenarien (Ist, Budget, Vorjahr, Forecast) mit ihrer Füllung; Abweichungsbalken mit Farbe für gut und schlecht; Vergleichsreihenfolge VJ – Ist – Budget; Zeit horizontal, Struktur vertikal; einheitliche Skalen je Seite; Einheit und Periode im Titel; Schwelle, ab der eine Abweichung kommentiert wird. Die zweite Seite regelt den Aufbau: Titelkonvention mit Botschaft, eine Seite je Einheit, feste Position für jede Kennzahl, Kommentarblock nach dem Muster «Was – Bedeutung – Massnahme». Diskussionspunkte, bei denen das Unternehmen bewusst vom Standard abweicht, werden als solche markiert. Das ist keine Verwässerung, sondern die Bedingung dafür, dass die Regel im Alltag hält.
Dann kommt der Pilot: ein Bericht, meistens der GL-Monatsbericht oder der Bericht eines Bereichs, der ohnehin überarbeitet werden muss. Er wird nach dem Konzept neu gebaut, zwei Zyklen lang in der echten Sitzung benutzt und danach angepasst. Erst wenn der Pilot steht, wird das Konzept zum Standard erklärt und Bereich für Bereich ausgerollt. Standardisieren, dann skalieren – nicht umgekehrt.
Ob das mit Zebra BI, mit nativen Power-BI-Visuals, mit Excel-Vorlagen oder mit Think-Cell umgesetzt wird, ist eine Werkzeugfrage und keine Konzeptfrage. Zebra BI nimmt einem viel Handarbeit ab und ist eine gute Wahl, wenn viele Berichte entstehen; native Visuals reichen für ein GL-Cockpit mit fünf Seiten, wenn man bereit ist, die Notation einmal sauber zu konfigurieren. Wir empfehlen das Werkzeug nach dem Konzept, nie davor.
In einem Industrieunternehmen habe ich das Notationskonzept genau so eingeführt: zwei Seiten Regeln, ein Pilotbericht aus dem Bereich, der als Erster auf Power BI umgestellt hatte, danach der Rollout Bereich für Bereich. Die grösste Diskussion drehte sich nicht um Kennzahlen, sondern um Farben – ob das Ist nun dunkelblau oder schwarz sei, ob die Hausfarbe irgendwo vorkommen müsse, ob Rot für negative Abweichungen nicht zu hart wirke. Das dauerte zwei Sitzungen, dann stand die Regel. Danach hat in keinem Review mehr jemand über die Darstellung gesprochen, nur noch über die Zahlen. Das war der Moment, in dem mir klar wurde, dass der Standard nicht in erster Linie ein Gestaltungsthema ist, sondern ein Zeitgewinn für Sitzungen.
Dirk Fischer formuliert in seinen zehn Regeln für den Controlling-Erfolg zwei Sätze, die den Kern von IBCS® besser treffen als manche Seite des Standards selbst: «Analysieren Sie im Detail. Präsentieren Sie die grosse Linie.» (Fischer, in Mehlfeld et al. 2018, S. 12) und, als zehnte Regel, «Einfachheit vor Genauigkeit» (S. 18). Fischer beschreibt die Neigung von Controllern zur Genauigkeit – und den Vorwurf, der daraus folgt: kompliziert und unverständlich. Die IBCS®-Notation ist die Antwort darauf in Form einer Zeichenregel. Sie zwingt dazu, das Detail in der Analyse zu lassen und auf der Seite nur die Linie zu zeigen, die den Entscheid trägt.
Häufige Fragen zu IBCS®
Ist IBCS® ein Tool?
Nein. IBCS® ist ein Regelwerk, keine Software. Es gibt Werkzeuge, die die Notation stark vereinfachen – Zebra BI für Power BI und Excel, Think-Cell für PowerPoint, Erweiterungen für SAP Analytics Cloud oder Tableau –, aber der Standard lässt sich mit jeder Software umsetzen, die Balken zeichnen und Farben festlegen kann. Die Werkzeugfrage kommt nach der Konzeptfrage.
Brauche ich eine Zertifizierung?
Nein. Die IBCS®-Standards sind frei nutzbar; niemand braucht eine Zertifizierung, um Berichte nach den Regeln zu bauen. Zertifizierungen gibt es für Personen (Analysten, Berater, Trainer) und Software, und sie werden vom IBCS Institute vergeben. Wer nicht zertifiziert ist, darf sich nicht «IBCS-zertifiziert» nennen und sollte sauber zwischen dem Standard und den eigenen Leistungen unterscheiden. Für die Einführung im eigenen Unternehmen spielt das keine Rolle: Ein gutes Notationskonzept braucht Konsequenz, keine Urkunde.
Gilt das auch für Excel?
Ja, und Excel ist oft der beste Ort, um anzufangen. Die Notation lässt sich in Excel mit Standarddiagrammen umsetzen: Füllung und Rahmen je Datenreihe, Abweichungen als separate Reihe, feste Achsenskalierung. Was Excel schlecht kann, ist die Skalierung auf viele Berichte – dafür braucht es Vorlagen und Disziplin. Für die Pilotphase und für Unternehmen mit einem Monatsbericht reicht es vollständig.
Was kostet der Standard?
Nichts. Die IBCS®-Standards sind unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA 4.0 publiziert und online kostenlos lesbar. Kosten entstehen für die Einführung: Konzept, Pilot, Vorlagen, gegebenenfalls Software und Schulung. Das ist der Teil, bei dem sich die Frage lohnt, ob man ihn selbst macht oder begleiten lässt – und bei dem ein Festpreis für ein klar umrissenes Ergebnis mehr Sicherheit gibt als ein Tagessatz für eine offene Aufgabe.
Was ändert ISO 24896?
Inhaltlich für die meisten Anwender wenig, formal einiges. ISO 24896 «Notation for business reporting» ist seit Juni 2026 publiziert und übernimmt den Notationsteil von IBCS® – die Regeln zu Beschriftung, Aufbau von Diagrammen und Tabellen, Darstellung von Szenarien und Abweichungen. Die Regeln selbst sind erfahrenen Anwendern vertraut. Neu ist, dass sich eine Reporting-Richtlinie auf eine internationale Norm berufen kann, was in Konzernen, bei Revisionsstellen und in Software-Ausschreibungen Gewicht hat. Und neu ist die Terminologie: Version 2.0 spricht von Notation und Komposition, nicht mehr von konzeptionellen, wahrnehmungsbezogenen und semantischen Regeln.
Der nächste Schritt
Nehmen Sie morgen Ihr aktuelles GL-Berichtspaket und zählen Sie: Wie viele verschiedene Farbschemata, Skalen und Vergleichsreihenfolgen kommen darin vor? Wenn es mehr als eines je Kategorie ist, haben Sie den Fall, für den ein Notationskonzept gedacht ist. Die Checkliste oben hilft, die Regeln zu formulieren, die Sie brauchen – und die zu streichen, die Sie nicht brauchen.
Wenn Sie den Schritt nicht allein gehen wollen: Im Scoping-Sprint klären wir in zwei bis drei Wochen zum Festpreis, welche Entscheide der Bericht tragen soll, welche Kennzahlen dafür nötig sind und wie das Notationskonzept aussieht – das Ergebnis ist ein entscheidungsreifes Zielbild inklusive Pilotseite. Was Sie danach selbst bauen und was wir bauen, legen wir gemeinsam fest.
Quellen
- IBCS Association: IBCS® Standards 1.2, © IBCS Association, www.ibcs.com, CC BY-SA 4.0. IBCS® ist eine eingetragene Marke des IBCS Institute.
- IBCS Association (2026): IBCS® Version 2.0 – aligned with ISO 24896, veröffentlicht am 11. Juni 2026, www.ibcs.com/ibcs-version-2-0/
- IBCS Association (2026): ISO 24896 Notation for business reporting, www.ibcs.com/iso-24896/
- IBCS Association: Creative Commons FAQ und Terms of Use, www.ibcs.com/creative-commons-faq/, www.ibcs.com/terms-of-use/
- Fischer, D. (2018): Zehn Regeln für den Controlling-Erfolg. In: Mehlfeld, T.; Schneider, C.; Stahl, K.-U.; Wiener, A. (Hrsg.): Reporting- und Business-Intelligence-Werkzeuge für den Controller, S. 10–19.
- Hamid, S. (2023): The Ultra Guide – Storytelling & Presentations for Finance Professionals (Kommentarmuster «What – So What – Now What»).
- Ossola-Haring, C.; Schlageter, A.; Schöning, S. (2019): 11 Irrtümer über Kennzahlen, 2. Aufl., Springer Gabler.